Viesebecker Schützen - und Britzefest

Das nächste Fest wird an Pfingsten 2021 stattfinden.

Was ist das Pritschen?

Von alters her ist das Pritschen ein fester Brauch der Schützengesellschaft von Viesebeck; bis heute hat es sich in diesem Dorf erhalten:

Die Handlung des Pritschens leitet sich vom Gegenstand dessen ab, was Pritsche ist: es ist das mit einem Griffknopf versehene Holzgerät mit gefächerten Holzblättern; es dient als Disziplinierungs- und Ordnungsmittel in der Hand des jeweiligen Pritschenmeisters, hauptsächlich an den Tagen des Schützenfestes. Der Pritschenmeister als Ordnungshüter waltet seines Amtes kraft seines Wortes und oft bei Anwendung seiner Pritsche, um Hiebe an zu rügende und unbotmäßige Schützenbrüder auszuteilen.

Das Pritschen ist auch in Viesebeck Höhepunkt des Schützenfestes, das auf der Lieth stattfindet. Hier in der Mitte des Platzes ist ein großer Tisch mit weißem Laken, gefüllte Bierhumpen darauf, aufgestellt; drum herum sind Strohballen gelegt worden.

Die zum Pritschen bestimmten Schützenbrüder in grüner Uniform und blumengeschmückter Kopfbedeckung nehmen knieend auf den Ballen Platz.

Der Sekretär, in Frack und Zylinder, mit Blumenstrauß und Pritsche, ergreift das Wort. Er überbringt schützenbrüderlich Grüße und Glückwünsche, z.B. an Jungvermählte, an solche, die Eltern oder Großeltern wurden, an Unternehmer und Honoratioren und läßt für sie eine „Gesundheit“ bringen (oft auch in Erwartung einer Spendenfreudigkeit der so Geehrten).

Sodann wendet sich der Sekretär an die Knieenden auf den Ballen; er liest ihnen „die Leviten“, prangert ihre ruchlosen Schandtaten an und läßt strafend seine Pritsche auf das Hinterteil der Delinquenten niedergehen zur großen Belustigung der festlich gestimmten Menge.

Im 18. und 19. Jahrhundert ist das Amt des Pritschenmeisters mit ernsten Aufgaben verbunden. Der Pritschenmeister hat auf die Einhaltung der Schützenordnung zu achten. Die Pritsche und der Schlag mit der Pritsche dienen der Mahnung, der Zurechtweisung und der Bestrafung. Der Übertreter der Schützenordnung hat das Pritschen als ernste Disziplinierung anzusehen, wenn auch für die Zuschauer beim Pritschen ein Vergnügen daraus entstehen kann. Siehe auch Schützenordnung von 1749 Art. 6: „Wenn zwei Streit miteinander hatten und sich nicht wollten vor denen Schützenmeistern vergleichen lassen, so sollten dieselben an die Pritsche gewiesen werden“.

1. Bundeslied (Melodie mit Gesang)